Der berufliche Umstieg
Schon seit 1985 hatte ich einen Gewerbeschein für Kurierfahrten, meldete diesen aber 1990 auf Dienstleistungen aller Art und Handel mit erlaubnisfreien Waren um. Ab jetzt arbeitete ich gewerblich in meinem heutigen Beruf, den ich immer noch als Traumberuf ansehe.
Vier Jahre arbeitete ich von zu Hause als selbständiger Mediengestalter – diesen Beruf gab es damals noch nicht. Ich gestaltete unzählige Anzeigen, von kleinen „Schweinebauch-Anzeigen“ in S/W bis hin zu großen ganzseitigen Farbanzeigen, machte Animationen und Präsentationen, kümmerte mich um spezielle Effekte. Zu meinen Kunden gehörten Firmen wie Commodore, SAT-1, Jochheim und einige andere damaligen Größen in der Branche.
Man muss bitte immer im Hinterkopf behalten, dass ich alle Arbeiten auf dem Computer erstellte, was zur damaligen Zeit absolut ungewöhnlich war. Man bedenke: Windows 3.0 kam im Mai 1990 auf dem Markt und beim Mac war man Mac OS 6 angelangt. Die Rechner hatten so zwischen ca. 7 und 16 MHz Taktfrequenz. Beide Systeme, sowie auch das damals recht verbreitete TOS von Atari hatten kein Multitasking. Man musste teilweise Programme beenden um andere zu starten. Einzig jedoch der Amiga hatte schon ein preemptive Multitasking, „Dynamic Link Libraries“, 32-Bit System. Dieses war seinerzeit auch der einzige „Personal Computer“, mit dem man Animation in voller Bildschirmgröße und 50 Halbbildern pro Sekunde erstellen und anzeigen konnte.
1994 wechselte ich als freier Mitarbeiter in einen Lithobetrieb und bediente den ersten Macintosh in dieser Firma. Ich beteiligte mich aktiv mit Rat und Tat am weiteren Aufbau der digitalen Schiene. So wurden später ein AGFA-Belichter, ein UNIX-Server und ein weiterer Arbeitsplatz angeschafft.
Von hier aus wechselte ich nach anderthalb Jahren zu anderen Litho-Firmen und Werbeagenturen. Beispielsweise arbeitete ich 1998 für eine Werbeagentur, wo ich unzählige Verpackungen für Lego per Illustrator umsetzte. Ich bekam eine handgezeichnete Vorlage und die Fotos, die der Fotograf nach diesen Zeichnungen anfertigte. Daraus erstellte ich sehr komplexe Packungs-Dokumente für LEGO. Einige dieser Packungen stehen heute noch in den Regalen.






